Nicola Sarić

*1985 in Užice, Serbien

Lebt und Arbeitet in Hannover

 

Studium | An der Akademie der Serbisch-orthodoxen Kirche für Kunst und Konservierung, Belgrad und an der Universität Belgrad, Fakultät für angewandte Künste

 

CV & Verfügbare Arbeiten auf Anfrage 

 

Parabeln und Zeugen von Dr. George Fousteris 

 

Der Farben Nachklang

Nikola Sarić agiert auf dem Gebiet der Teilnahme und des Dialogs. Seine Kunst richtet sich – wie es Parabeln eben tun – an ausnahmslos jeden, entsprechend der Empfänglichkeit des Betrachters. Scharf wie eine benetzte Klinge, identifiziert sie sich mit der Idiotie, welche die Weisheit in der Welt kontrolliert. Ein Skandal, eine Explosion der Liebe, welche sich duelliert mit der Selbstgenügsamkeit der Logik. Es ist alles da, Menschen und Gegenstände, klare Andeutungen bekannter Symbole, erkennbar in jedem ihrer Details. Gleichzeitig jedoch bleiben sie rätselhaft und unverständlich für jeden, der nicht offen und empfänglich wie ein Kind zu sehen vermag. Der Künstler hat mit den Texten gerungen, hat den unverhüllten Sinn erspürt und ausgedrückt. Er marterte sich, ob er wohl nicht genau genug würde zuhören und ob er unbeschnitten bliebe im Herzen. 

 

Der Blick, die Standpunkte, die Gestik, die Formen, die Farben, alles ist klar und hell und von einer Aufrichtigkeit, die keine Trugbilder zulässt. Das Hören veranlasst das Sehen und die Dinge werden real. Die ganz offensichtlich zweidimensionalen Kompositionen erschaffen einen Raum, in welchem die message, die Botschaft dieses Lebens widerhallt, zugleich intensiv und doch schweigsam. Formen werden zu Bedeutungsträgern und Farben pulsieren echohaft. Glückseligkeit ist verschlungen mit der Schärfe der Prüfungen. Tod und Hoffnung, Liebe und Zorn, Einsamkeit und Leidenschaft, Lüge und Vertrauen, Demut und Heuchelei in ihrem echten Ausmaß und ihrer Intensität. Es schmeichelt nicht dem Betrachter, es möchte ihn auch nicht belehren. Das einzige Anliegen ist die Wahrheit der Dinge hervorzubringen. Das Größte dieser Dinge ist die Liebe. Im Angesicht dieser unablässigen, inständigen visuellen Darlegung kann es sich niemand leisten, gleichgültig zu bleiben. 

Die Zukunft der Tradition

 

Nikola Sarić’ Malerei ist wie eine Anregung für christliche Kunst. Sie thematisiert die Schüchternheit, mit welcher christliche Schöpfung, immer konfrontiert war. Christliche Schöpfung war immer dem heiligen Erbe verpflichtet, ebenso wie der Notwendigkeit sakrale, ehrfurchterregende Erfahrung unverfälscht wieder und wieder zum Ausdruck zu bringen. Der Künstler kehrt zurück zur Zukunft der Tradition ohne die Kontinuität zu fürchten. Seine ist nicht eine persönliche Kunst. Zeitgenössisch und immerwährend, transkribiert er in einer persönlichen und einzigartigen Art und Weise die Erfahrung, welche erkennt und erkannt wird als eine gemeinsame für alle. Sarić’ Angebot beschäftigt sich nicht mit visuellen Erfindungen und Entdeckungen, sondern mit der Erkundung primärer Bedeutungen. Dies ist eine Kunst, sowohl untergeordnet als auch befreit, frei von nichtssagender Selbstgewissheit, aber bereit mit dem Leben zu kommunizieren, jetzt und bis in alle Ewigkeit. TEXT: Dr. George Fousteris 

 

https://www.nikolasaric.de