Swen Kählert

*1969 in Hamburg

Lebt und Arbeitet in Hamburg

 

CV & Verfügbare Arbeiten auf Anfrage

 

Swen Kählert ist 1969 in Hamburg geboren, studierte dort Architektur an der Hochschule für angewandte Wissenschaften und erweiterte sein künstlerisches Spektrum mit Studien u. a. beim Maler und Grafiker Prof. Armin Sandig. 1997 erhielt er von der Carl Duisberg Gesellschaft ein Auslandsstipendium für Venezuela und machte in der Hauptstadt Caracas Entwürfe für Metro-Stationen und öffentliche Plätze. Seit 2000 widmet sich Kählert den Bereichen Malerei, Architektur und immer mehr auch der Kunst im öffentlichen Raum. Sporadisch macht er auch Bühnenbilder.

 

Der Architekt in ihm denkt stets räumlich und der Maler probiert mit dem Material wie ein Forschender. Kählert gestaltet mit so unterschiedlichen Materialen wie Beton, Farbe, Holz, Kunststoff, Klebeband oder sogar auch Pflanzen. (Text: von Angela Holzhauer) 

 

Farbe ist in der Kunst ein zentrales Element. Wenn sich ihre Viskosität und ihre Gestalt mit Kreativität kombiniert, dann erzählt sie uns Geschichten von der Welt und dem, was jenseits davon liegt. 

 

Technik und Natur verzahnen sich immer stärker miteinander und wir pendeln zwischen Staunen und Erschrecken hin und her. Die Arbeiten von Swen Kählert erzählen uns etwas über unsere Idee, die Natur stetig optimieren zu wollen. Da der Mensch bisher nicht in der Lage ist sie so einfach, so komplex, so funktionsfähig zu akzeptieren, gelingt es ihm nicht im Einklang mit ihr zu leben. 

 

Auch der Künstler Swen Kählert kann sich der Faszination der Künstlichkeit nicht entziehen und lässt die Farbe in seinen Arbeiten über sich hinauswachsen. Er löst die Grenze zwischen Bild und Objekt konsequent auf.

 

Es entstehen künstliche Gebilde, die sich offenbar direkt auf natürliche Vorbilder beziehen. Die Formen erscheinen uns vertraut und sind dennoch keinen Kopien dessen, an das sie uns erinnern. Sie folgen einfach den Regeln, die in der Entstehung für ALLE und ALLES gültig sind. 

 

Seine künstlerischen Arbeit ist die Beschäftigung mit Themen, die einer natürlichen Selbstverständlichkeit folgen. Er bezieht sich konkret auf Vorbilder wie z. B. Landschaften, die durch natürliche Prozesse entstehen. Man könnte sagen, dass Verformung, Gravitation und Wachstum eine methodische Essenz in seiner Arbeit sind. 

 

Die Ergebnisse haben starke Bezüge zu vertrauten Formen, die wir aus der Natur her kennen. Stein formt sich z.B. durch physische und chemische Abläufe über Zeiträume von Millionen Jahren, während Organismen in sehr viel kürzeren Perioden ähnliche Prozesse durchlaufen. Beide bringen fantastische komplexe Formen hervor. Ihr Geheimnis ist die Beharrlichkeit, das stetiges Wachstum und die Veränderung.

 

Der zeitliche Umfang wird nicht hinterfragt, sondern läuft ganz selbstverständlich ab. Diese Gelassenheit fasziniert und beschäftigt mich seit langem. 

 

MALEREI 

Die Natur ist die Grundlage unserer Existenz, aber es scheint, als ob diese Idee verblasst. Wir suchen nach Alternativen, die in einer Zeit funktionieren sollen, in der die Natur gegen uns streikt und ohne sie auskommt. Wir versuchen es zu optimieren, ohne zu merken, dass es bereits perfekt ist. Die Natur braucht unsere Hilfe nicht. Es funktioniert perfekt für eine sehr lange Zeit und viel besser bevor der Mensch geboren wird.

 

Es macht immer wieder etwas, ohne Zweifel, immer wieder und immer besser. Wiederholung und Variation sind der Clou. Wir verstehen intuitiv, fühlen uns sicher und sehen das Muster hinter den Dingen. Wir fühlen, dass dies unsere Umwelt ist, das ist unser Planet. Wir können fühlen, dass es besser wäre, in Symbiose mit der Umwelt zu leben. Eine Umgebung, in der jedes Detail zählt. Unnötig, einen neuen zu erschaffen, weit weg von hier.

 

Wir verlieren allmählich die Trennung zwischen den natürlichen und technischen Dingen und der Fähigkeit, zu bewerten, was vor uns liegt. Die Natur ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Sache immer auf einer anderen basiert.

 

Es verliert nicht den Überblick, Kontinuität und Vertrauen führt zu etwas Gutes. Das "Scheitern" ist ein willkommener Fehler in einem System, das niemals starr wird. Es gibt kein Ende und kein Ziel. Es gibt nur Veränderung. 

 

Perfektion ist jetzt! 

 

Seine Arbeit beginnt als Malerei und nähert sich meist Aspekten von Objekten. Er sieht sie immer noch als Gemälde. Der Prozess basiert auf Malerei und ist vergleichsweise lang. Unter natürlichen Umständen geschieht alles in einer Art Zeitraffer und sicherlich unter Bedingungen, die für alles und jeden gelten.

 

Eine Art universelle Regeln. Es ist eine logische Schlussfolgerung, dass es in Formen auftaucht, die uns an natürliche Dinge erinnern. Es passiert einfach. Vertrauen in das Thema und keine Angst vor Fehlern ist ein wichtiger Teil seiner Arbeit. Meistens gehen seine Arbeiten auf unerwartete Weise vor sich. Er entscheidet aus dem Moment, was als nächstes kommt. Er stellt sich vor, dass die Natur es ähnlich macht. So kann es sich an alles anpassen.

 

Das endgültige Bild ist zu Beginn nicht klar. Wenn wir zeitgenössische Einflüsse wie GPS und 3-D-Druck zum Beispiel betrachten, könnten Sie seine Arbeit als eine neue Art von Landschaftsmalerei sehen, auch wenn er sich nicht als Landschaftsmaler bezeichnen würde. 

 

http://www.swenkaehlert.com


altonale 2015

SIZE: ca. 1060 x 950 x 600 cm, ca. 450 kilos

MATERIAL: steel, inside pocket fabric

YEAR: 2015 | unique copy

 

LUFTSCHLOSS - 2015

Titel des Altonale-Festivals 2015 war SOLIDARITY. Aber was bedeutet Solidarität? Nach etwas fragen heißt auch nach Abstand fragen. In aktuellen Fragen wurde die Distanzierung für viele Menschen immer wichtiger. Die Anzahl der Flüchtlinge, die in unsere Länder kamen, hat uns gezeigt, dass die Grenze zwischen Solidarität und Distanz sehr gut ist. Hamburg hält die Strecke bereits in seinem Namen. "Burg" bedeutet Schloss in deutscher Sprache. Kaehlert entschied sich, in diesem Einkaufszentrum, wo die sozialen Unterschiede deutlich werden, ein FLYING CASTLE aus Stahl und eine riesige Menge weißen Stoffes zu installieren. Zunächst einmal so viel wie möglich von den umliegenden Werbeinformationen aus dem sichtbaren Bild seiner Installation "löschen".

 

Es stellte sich heraus, dass der Kontrast zwischen bunten und verpackten Märkten darunter steht und das weiße, fast transparente Lichtvolumen in Form eines großen schlossartigen Gebäudes stark, deutlich und schön ist. Das "Schloss" fliegt im Luftraum dieser riesigen Halle und ist von keiner Seite zu erreichen. Es gibt keinen Weg hinein, obwohl uns das helle Aussehen einlädt. 

 

Es gibt auch ein sehr wichtiges Detail über die Materialien von Kählerts Installation: Er verwendete eine riesige Menge an Innentaschenstoff, der als Kommentar betrachtet werden kann, um endlich Solidarität miteinander zu teilen und auszudrücken - wo auch immer Sie herkommen! 


Kunstflecken-Festival Neumünster/Deutschland

Floating Art Museum Vejle/Dänemark

SIZE: ca. 400 x 900 x 300 cm, ca. 2.000 kilos

MATERIAL: steel, concrete, plastic, floating bodies, metal, grass

YEAR: 2014/2017 | unique copy

INSEL -2014/2017

Was passiert, wenn man etwas, das aus permanenter Bewegung geboren ist, in ein Medium bringt, das uns beruhigt? Swen Kaehlert war fasziniert von dem Phänomen all der kleinen Stellen in der Verkehrsbewegung, die uns für einen kurzen Moment Schutz bieten, uns aber nicht dazu einladen, länger zu bleiben.

 

Für das Kunstflecken-Festival in Neumünster / Deutschland hat er 2014 beschlossen, eine dieser wunderschön komponierten und gestalteten Ready-made "Inseln" zu einer echten INSEL zu machen. Kaehlert meint, es sei die humorvolle Analogie unserer Idee einer Privatinsel. Aber statt blauem Wasser, weißem Sand und Palmen ist sein eigener aus Holz, Beton, Gras und hat echte Ampeln mit einer Mülltonne!

 

Im Jahr 2017 hat er seine INSEL für schwimmende Kunst des Museums Vejle / Dänemark neu installiert.