Ulrike Waltemathe

*1962, Wesel

Lebt und Arbeitet in Duisburg

 

CV & Verfügbare Arbeiten auf Anfrage

 

Ulrike Waltemathe pflegt eine persönliche spielerische Beziehung zu biologischen Modellen. Auf humorvolle Weise setzt sie sich in ihren Arbeiten mit Viren, Genmanipulation, Mutation und Züchtungen auseinander.

 

Waltemathe erstellt organische Formen und benutzt dazu die unterschiedlichsten Materialien. Beim experimentellen Häkeln zum Beispiel entsteht wie beim Zellwachstum im weichen, organischen Formaufbau langsam ein Gewebe, das sich durch kleine Mutationen zu völlig unterschiedlichen Gebilden entwickeln kann.

 

Im fantasievollen Umgang mit Alltagsmaterialien wie Wolle, Wattestäbchen, Büstenhaltern oder Badekappen schafft die Künstlerin neue Organismen, biomorphe Formen und Strukturen.

 

„Es geht in meinen Arbeiten immer wieder um den spielerischen Bezug zu biologischen Modellen, Viren, Genmanipulation, Mutation und Züchtung und das Erstellen organischer Formen unter Benutzung der unterschiedlichsten Materialien.

 

Seit einiger Zeit habe ich Wolle als ideales Material zum weichen, organischen Formenaufbau entdeckt. Die enervierende Arbeitsweise des Häkelns erinnert an langsames Wachstum, es entsteht ein Gewebe, dass durch kleine „Mutationen“ zu völlig unterschiedlichen Gebilden „zusammenwächst“.

 

Die Hauptfarben rosa und grün stehen für Züchtungen aus pflanzlichem bzw. tierischem Gewebe. Während normalerweise vermeintlich nützliche Dinge gehäkelt wurden und werden, sind meine Objekte absolut nutzlos, nur durch den Titel „Kleine praktische Familienbenutzer“ wird ihnen irreführenderweise Nützlichkeit zugeschrieben.“

 

VIRULENTER KUNSTPELZ - Zur Ausstellung "Das Fliegende Jackett" im November 2017

Das Kleidungsstück, ein Jackett des Galeristen Xenofon Moustakas, wurde stellvertretend für die Person mit dem Human-Dress-Art-Virus 1 (HDA-V 1)* infiziert.

 

Die Künstlerin beschäftigt sich seit einiger Zeit mit fiktiven Viren, Parasiten und deren Modellen und hat so den Galeristen mit dem Virus ihrer Kunst angesteckt und dem Jackett einen von ihrem Virus erzeugten „Kunstpelz“ wachsen lassen.

 

Die ungewohnte Starrheit des Materials beeinträchtigt die Bewegungsfreiheit des Trägers und beschränkt die Zeit des Tragens auf einen kurzen Zeitraum, der bereits im Kunstkontext steht.

 

Der Galerist, der diese Jacke trägt, wird zum „Galerist im Kunstpelz“. Unabhängig von ihrem Träger funktioniert die Kleidung als leerstehende Hülle und autonomes Kunstobjekt.

 

*Der offizielle internationale, wissenschaftliche Name eines Virus ist die englischsprachige Bezeichnung